Männerschau und Urlaub ;)

3000 km, 2 Länder, wunderschöne Schlösser, supernette Menschen, beeindruckende Hunde, Olga als Tötungsmaschine... so könnte man mit einigen Schlagwörtern unseren Kurztrip beschreiben. Aber ich beginne mal von vorne :)

erster Stop - Hockenheim

Nach 7h Stunden Fahrt haben wir endlich unser erstes Ziel erreicht. Ein kleines nettes Städtchen, bekannt durch den Motorsport - Hockenheimring. Die Autos vor Ort hörte man, trotz einiger Distanz, bis zum Hotel, hat aber weiter nicht gestört. Die Menschen vor Ort sind unglaublich nett, das Essen deftig und gut, und sogar eine kleine Brauerei, mit wirklich gutem Bier haben wir gefunden. 

 

Das eigentliche Ziel in der Nähe von Hockenheim waren jedoch die Meadowdales. Den Tag darauf sollte es soweit sein. Anfangs wurden wir gleich liebevoll von einem kleinen aber unglaublichen entzückenden Pitu begrüßt. Seine fröhliche Art und sein Gewusel haben mich gleich an Pip erinnert. Ein wirklich sehr entzückender Rüde, mit viel Ausdauer, einem schönen muskulösen Körperbau und einem wirklich einmaligen herzlichen Wesen.  Wir haben jedoch nicht nur tolle Hunde kennen lernen dürfen, sondern auch ganz liebe Menschen. Vielen Dank nochmal an Biggy und Chris für das ausgezeichnete Essen, die wunderschönen Fotos von Pip (und Pitu ;) ) und den klaren Vorgaben und Tipps für unser weiteres Hütetraining. Bis weit in die Nacht hinein, haben wir gequatscht, getrunken (also ich nur Wasser ;) ) und über Border Collies philosophiert. Es war ein perfekter Einstieg in einen tollen Urlaub. 

 

Matthias hat sich am Tag darauf natürlich auch noch ein Rennen am Hockenheimring angesehen. Während dessen haben Pip und ich den riesigen Wald um den Ring (mit tollen Motorgeräuschen im Hintergrund) erkundet. 

Fotoshooting mit Chris

next Stop - Schloss

Nach dem Hockenheimringbesuch von Matthias ging es weitere 7h mit dem Auto zu unserem nächsten Ziel - welcher Ort das war, kann ich bis heute nicht sagen, aber es lag in der Nähe von Orléans. Verwundert, warum wir die Autobahn fast für uns allein hatten, wurde uns nach dem Bezahlen der Mautgebühr klar - € 50 nur für die Hinfahrt. Hier hat auch Olgas (mein Peugeot)  Karriere als Massenmörderin begonnen - 1000de Insekten fielen ihr zum Opfer, man sah schon fast nichts mehr durch den Scheibenfriedhof. Und wenn man diese wegwischen wollte, wurde es einfach nur noch schlimmer. Also mussten wir regelmäßig zu einer Tankstelle abfahren, um unsere Scheibe zu reinigen, um die blutigen Spuren, welche Olga hinterlassen hat, zu beseitigen. 

 

Das Schloss befindet sich ziemlich allein stehend auf einem 33 ha großem Grundstück, direkt auf einer ewig geraden Straße ins gefühlte Nichts. Umso positiver überrascht waren wir von den Menschen vor Ort. Sehr herzlich, zuvorkommend, hundemögend und sie haben sogar versucht mit uns englisch zu reden - teilweise sind wir auch gemeinsam beim Googleübersetzer gestanden, aber wir haben immer bekommen was wir wollten. Da es dort rundherum nichts gab, haben wir am Tag der Ankunft gleich beschlossen vor Ort zu Essen. Typisch Französisch ein Menü. Wir wussten nicht 100% was wir bekommen, da alles nur auf Französisch angeführt war, aber es war jedenfalls ausgezeichnet. 3 Gänge mit Wein im Speisesaal eines Schlosses, die einzige Lichtquelle kam von den Kerzen auf den Tischen und im Hintergrund spielte es 20er-Jahre-Swing. Also ein sehr stimmiges Spektakel. Unser Zimmer war zwar klein aber sehr gemütlich und mit eigener Terrasse, die wir in den nächsten Tagen noch oft abends für eine Flasche Bier nutzten. Spazierengehen durften wir im 33 ha großem Schlossgarten/-wald. Der Boden im Wald war mit Moos bedeckt, uralte riesige Bäume schmückten den Wegrand. Hätte mich nicht gewundert hier auf Feen oder Kobolde zu stoßen (sind wir leider nicht, aber dafür haben wir die Winkelgasse entdeckt, aber dazu später ;) ).

Fannys little Farm

Um 14 Uhr sollten wir uns bei Fanny treffen. Wir haben also gut und lange gefrühstückt, sind mit Pip im eigenen Schlossgarten spazieren gegangen und hatten dann noch ein wenig Zeit. Also beschlossen wir uns die umliegenden Dörfer näher anzusehen. Ankunft 12:00 Uhr Vienne-en-Val - eine Geisterstadt. Sehr seltsam, wie ausgestorben. Alle Fensterläden sind geschlossen und man sieht keine Menschenseele auf den Straßen. Also weiter zum nächsten Dorf an der Loire - alles geschlossen. Wir entdecken ein etwas verruchtes Lokal und trinken einen Kaffee. Wieder kaum Menschen auf den Straßen. Der Besitzer des Lokals spricht nur Französisch, also lassen wir das mit dem Fragen. An einem Geschäft finden wir Öffnungszeiten ausgehängt. Zwischen 12:00 und 14:30 ist anscheinend alles geschlossen, sogar die Bäckereien und die meisten Cafes - Siesta in Frankreich. 

 

Punkt 14:00 Uhr Ankunft Fannys Place. Sie hat sich ihr eigenes kleines Paradies geschaffen, mit Hühnern, Schafen, Hund und Katz. Wir wurden sehr herzlich von Ihren Hunden und Ihr begrüßt und GSD, sie spricht perfekt English :). Von Glen wurden wir kurz und lieb begrüßt. Er ist halt schon ein richtiger Rüde ;). Er strahlt eine irrsinnige Gelassenheit aus, die einen selbst gleich viel ruhiger werden lässt. Pip war gleich ganz begeistert von ihm und hat ihn angefidelt. Das macht sie eigentlich wirklich nur bei Hunden die sie von klein auf kennt und liebt (Langnase  FinFin ;)). Als Sie uns Glen am Schaf zeigte, kam seine ganze Stärke zum Vorschein. Man hat das Gefühl, dass er allein mit seiner Ausstrahlung alles bis zum Elefanten bewegen könnte. Das Shedden ist ihm in die Wiege gelegt worden. Als die gesplitteten Schafe wegrannten, kam dann auch seine unglaublich beeindruckende Geschwindigkeit zum Vorschein - selten so einen schnellen Hund gesehen. Pip und Glen durften dann sogar gemeinsam arbeiten und es war ausgesprochen harmonisch. Ich bekam dann noch ein paar Tipps von Fanny und  wir haben noch etwas getratscht. Sie hat mir alles über die Nachzucht von Glen erzählt - er dürfte dieses ruhige, standhafte Wesen an seine Nachkommen weitergeben und da war mir dann klar, für meinen ersten Wurf, musste es dieser Rüde sein. Starke, ruhige, führige Hunde mit der Geschwindigkeit vom Vater (hoffentlich ;) ) und hübsch wären sie auch noch! 

 

Pip kennt jetzt auch Katzen ausgesprochen gut! Da Fanny mir etwas erklären wollte, habe ich Pip während der Hütearbeit kurz abgelegt.  Sie war natürlich weiterhin konzentriert auf die Schafe.  Aus den Augenwinkel bemerke ich, wie sich Fannys Katze plötzlich neben Pip stand uns sie beschnupperte. Pip total relaxed und gelassen drehte sich leicht nach links - sieht dass es eine Katze war und sprang plötzlich wie ein Ziegenbock in die Luft und sah das Katzentier ganz verdutzt an. Freunde wurden Sie keine mehr :D, aber sie haben sich dann beide gekonnt ignoriert! Bzw. hat Pip immer einen Sicherheitsabstand bewahrt. 

 

 

Orléans

Den Tag darauf fuhren wir nach Orléans, auf den Spuren von Jeanne D'Arc. Eine nette kleine Stadt mit sehr freundlichen Leuten, und Hunden, welche ohne Leine in der Stadt geführt werden. Hört sich idyllischer an als es war, nachdem ein Rüde gleich meinen Sessel markieren musste :P!

 

last Stop: Straßburg

Vielleicht liegt es daran, dass ich nichts erwartet habe, aber Straßburg hat innerhalb von Sekunden mein Herz erobert. Der Charme der alten Fachwerkhäuser und der Kanäle könnte man wirklich als kitschig bezeichnen, wäre da nicht das junge, bunte Publikum welches, die ganze Atmosphäre auflockert. Diese Mischung macht  diese Stadt so überwältigend. Aber auch hier lass ich wohl besser die Bilder sprechen als mich ;).

 

Nur kurz, da ich es oben angesprochen habe: Durch Zufall haben wir eine kleine entzückende Gasse in Mitten der Fußgängerzone von Straßburg entdeckt. Dort gab es ein kleines Pralinengeschäft, in welchem ich gleich ein paar Mitbringsel gekauft habe. Eine Stunde vor Ladenschluss, haben wir festgestellt, dass uns noch ein paar Mitbringsel fehlen und wir haben diesen Laden/diese Gasse gesucht... und gesucht... so groß ist Straßburg dann auch wieder nicht  aber egal wo wir abgebogen sind, es war nie die gewünschte Gasse. Verzweifelt ergaben wir uns dem Alkohol (ganz so schlimm war es nicht, ein Aperolspritz für mich und ein Bier für Matthias). Etwas angeheitert, durchstreiften wir weiterhin die Gassen, bis wir plötzlich vor dem Pralinengeschäft standen und es noch geöffnet war. Unsere ganz persönliche Winkelgasse, die man nur findet, wenn man es bereits aufgegeben hat oder mit Alkohol nachhilft :P . 

Zusammengefasst (und Outtakes ;) )

Es war ein wirklich schöner Rundtrip. Wir haben tolle Leute kennengelernt, ausgesprochen gut gegessen, schöne Städte besucht und viele fabelhafte Eindrücke mit nach Hause genommen. 

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